Feuer und Wasser

Ein Sprichwort besagt: „Feuer und Wasser sind zwei gute Diener, aber schlimme Herren.“ Hinter dieser Einsicht steckt die Erfahrung von Jahrtausenden. Schon auf ägyptischen Reliefs sieht man, wie Löschgefäße von Hand zu Hand gehen – aber auch, wie Menschen Dämme gegen Fluten bauen. Fast jede antike Stadt ist einmal bis auf die Grundmauern abgebrannt. Im alten Rom sollte eine Sklavenfeuerwehr, sie zählte 600 Mann, derlei verhindern. Nun, man hätte besser Nero verhindern sollen...

In unseren Breiten mußten im Mittelalter Zünfte und Innungen gegen „Wasser- und Feuersnot“ Vorsorge treffen. Später wurden die Schultheißen zur Organisation von Brandverhinderungsmaßnahmen verpflichtet. Gemeindliche Angestellte, Türmer oder Nachtwächter, sollten Brandherde erkennen und die Bürger alarmieren. „Feurio!“ hallte es dann durch die Straßen. Pflichtfeuerwehren waren gang und gäbe. Es gab sie in ländlichen Gebieten bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts. In den Großstädten wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts Berufsfeuerwehren gebildet, die erste 1851 in Berlin.

Es hat sich viel verändert im Feuerwehrwesen. In mehrfacher Hinsicht. Das alte Wissen - wenn man dem Feuer dadurch die Luft abschneidet, daß man es mit Wasser zudeckt, ist es gelöscht – hielt den Herausforderungen der Neuzeit nicht mehr ausschließlich stand. Der wissenschaftlich-industrielle Fortschritt produzierte immer mehr Stoffe und Materialien, denen man, wenn sie in Brand gerieten, mit Wasser nicht mehr beikommen konnte. Denn alles, was sich mit Wasser nicht mischt, läßt sich durch Wasser nicht löschen. Benzin zum Beispiel. Oder Fettschmelzen.

Also ist es bei der modernen Brandbekämpfung wie in der Homöopathie: Gleiches gegen Gleiches, Chemie gegen Chemie. Und da die chemischen Löschmittel eine entsprechende Technologie benötigen, sind Feuerwehrleute, die auf der Höhe der Zeit sind, hochspezialisierte chemotechnische Praktiker; und wenn sie ihre Kompetenz auf hohem Niveau wahren möchten, müssen sie viel Zeit investieren in theoretische und praktische Übungen. Auch das Beherrschen moderner Kommunikationsmittel gehört zum notwendigen Repertoire der Feuerwehren.

Aber nicht nur Mittel und Instrumentarien haben sich verändert. Feuerwehren übernehmen zunehmend Aufgaben, die erheblich über die traditionelle Brandbekämpfung hinausgehen: Rettungs-, Bergungs- und Sicherungsaufgaben bei Verkehrsunfällen, Zugunglücken, Windbrüchen, Gasexplosionen, bei Öl- und Benzinausflüssen auf Straßen oder Gewässern. Eigentlich: die ganze Palette moderner Gefährdungen. Und da mancherorts Feuerwehren auch zur Suizidverhütung gerufen werden, gibt es bei den Wehren immer mehr notfallseelsorgerisch Ausgebildete.

Die Freiwillige Feuerwehr Gemünden trägt dieser Entwicklung Rechnung. In den ersten Jahren und Jahrzehnten ihres Bestehens ging die feuerwehrtechnische Entwicklung eher schleppend voran, aber danach fast explosionsartig. Eine neue technikgewohnte Generation fordert Material-Modernität ein, technische Präzision, hohe Funktionalität. Sie ist zudem bereit, die ständige Überprüfung all dessen mit einen Stück Lebenszeit zu bezahlen. Und sie führt Kinder und Jugendliche schrittweise an das faszinierende, aber auch fordernde moderne Feuerwehrwesen heran.

Daneben gibt es freilich noch das Herkömmliche. Gemünden war und ist nicht sonderlich brandanfällig; öfter bereiteten die Bäche Sorgen. Und gegen Hochwasser halfen meistens nur wackere Handarbeit und der gute alte Sandsack.

Es ist wohltuend zu wissen, daß die Gemündener Freiwillige Feuerwehr in beidem zuverlässig ist: im Zupacken und im Handhaben rettender Technologie.

 

Kameradschaft

Berufsfeuerwehrleute sprechen sich im allgemeinen als „Kollegen“ an, die Freiwilligen Feuerwehrleute als „Kameraden“.

Kamerad kommt von italienischen camarata und meint eigentlich einen Stubengenossen, einen, mit dem man den Lebensraum teilt. Das muß einer sein, dem man vertrauen kann, auf den man sich verlassen kann. Und man muß auf das Zusammenleben mit ihm eingespielt sein, damit Abläufe und Routineverrichtungen funktionieren, damit nicht einer über den andern stolpert.

All das muß man von Feuerwehrkameraden erwarten können, muß sich bei Einsätzen aufeinander verlassen können und einander nicht im Wege stehen. Daher braucht man bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht nur eine möglichst gute technische Kompetenz, sondern auch eine soziale. Der Kameradschaft dient, was das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Gemeinschaftserleben stärkt.

Die Freiwillige Feuerwehr Gemünden zeichnet sich – neben technischer und Ablaufversiertheit – durch großen Einfallsreichtum in Sachen Geselligkeit und Gemeinsinn aus. In der ersten Mitgliederversammlung nach dem Krieg wurde beschlossen, daß künftig jeder Feuerwehrmann zur Vermählung ein Geschenk bekommen solle. In der zweiten Mitgliederversammlung nach dem Krieg entwarf man bereits einen Veranstaltungskalender mit Maskenball und Rheinfahrt; Kameradschaftsabende und Tanzveranstaltungen (üblicherweise am 1. Weihnachtstag!) folgten.

Und je mehr die Mitgliederzahl wuchs und die öffentliche Wahrnehmung, desto öfter kamen zu den eher nach innen gerichteten Gemeinschaftsveranstaltungen offene, aufs ganze Dorf hin ausgerichtete: Tage der offenen Tür, Bachfeste, Osterfeuer, Weihnachtsbaumaufrichtungen, gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Dorfvereinen (in der Frühzeit vor allem mit dem Gesangverein Arion, später mit allen im Vereinsring zusammengeschlossenen Gruppen und nach dessen Dahinscheiden mit den verbliebenen: den Landfrauen und dem Schützenverein) und anderen Veranstaltern (etwa beim Weiltalmarathon, beim Weilroder Gewerbemarkt oder bei den Gemündener Hofkonzerten; auch mit dem Hilfsverein Usinger Land gibt es regelmäßige Aktivitäten). Bemerkenswert zudem: die Veranstaltungen für die Feuerwehrsenioren und die Jugendfeuerwehr.

Die Freiwillige Feuerwehr Gemünden bringt Junge und Alte zusammen, dient so dem Generationenfrieden, und sie integriert Mädchen und Frauen in den Feuerwehralltag, dient so der Geschlechtergerechtigkeit. Schließlich betätigt sich die Gemündener Feuerwehr auch schul- und vorschulpädagogisch: in der Brandschutzerziehung in Grundschule und Kindergarten.

Die Sozialstruktur der Freiwilligen Feuerwehr Gemünden bewährte sich, als 1993 die Monopolstellung der Brandversicherung entfiel; besagtes Monopol hatte den Gemeinden erhebliche Mittel für ihre Feuerwehren gesichert. Fortan mußten Feuerwehrmitglieder sich entweder zu mehr Eigeninitiative und Selbsthilfe entschließen – oder Stagnation würde eintreten. Die Gemündener Feuerwehr wurde initiativ, vor allem im Blick auf die innere und äußere Gestaltung der Feuerwehrstation im Dorfgemeinschaftshaus; alle Weilroder Wehren profitieren etwa von der dortigen Atemschutzwerkstatt (seit 1994) und anderen Funktionsräumen. Und wenn die öffentlichen Mittel für notwendige Neuerungen nicht reichten, dann zahlte die Feuerwehrvereinskasse selbst, bezuschußte z.B. mit 15.000 DM die Anschaffung eines neuen Einsatzwagens; sie trägt die Kosten für die Einsatzbekleidung, auch die der Jugendfeuerwehr, bezahlte Rettungsschere und Spreizer und das zum Betrieb notwendige Hydraulikaggregat, und sie hat auch den Anbau an das Gerätehaus und den Neubau einer Garage mitfinanziert.

Wie gesagt: ein Kamerad ist eigentlich ein Stubengenosse. Daß Gemünden eine „gut Stubb“ ist und bleibt, ist vor allem auch Verdienst der Freiwilligen Feuerwehr.

 

 

Stationen

Die Anfänge der Freiwilligen Feuerwehr Gemünden fallen in eine Zeit, in der Vereinsgründungen in Gemünden allgemein Konjunktur hatten: seit 1930 gab es einen Fußballverein und eine rege Ortsgruppe des Landvolks (die Landvolkspartei hatte sich 1929 gebildet aus Mitgliedern des Landbundes – das war ein loser Zusammenschluß von Landwirten – und abtrünnigen Mitgliedern der Deutschnationalen Volkspartei/DNVP, die mit dem Kurs des DNVP-Vorsitzenden Hugenberg nicht einverstanden waren; die neue Partei erhielt bei den Reichstagswahlen von 1930 in Gemünden immerhin 18% der Wählerstimmen) und seit 1933 eine Segelfluggruppe.

Es gab kulturelle Aktivitäten, die über das Dorf hinaus Resonanz fanden. Beim Deutschen Luthertag 1933 treten junge Mädchen aus Gemünden und Emmershausen unter der Leitung von Frl. Käthe Schmidt offenbar eindrucksvoll, so lassen die damaligen Presseberichte ahnen, in Erscheinung mit dem Stück "Um den Glauben" von Otto Bruder; das Stück schildert den Glaubenskampf und die Vertreibung der Salzburger Protestanten. Und es klingt aus mit dem Reim:

„Ob mir der Satan und die Welt all mein Vermögen rauben, wann ich nur diesen Schatz behalt: Gott und den rechten Glauben“.

Ein Reim wie ein Fanal für kommende Zeiten. Die Weimarer Republik liegt in Agonie, die Menschen wenden sich mehr und mehr ab von der Republik und ihren demokratischen Parteien. Auch in Gemünden. Bei der Reichstagswahl 1933, der für längere Zeit letzten, stimmen 74% der Gemündener Wähler für Hitler – und gerade noch 16% für die SPD.

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Gemünden beginnt mit Begeisterung, Unterbrechung, Wiedergründung, Wiederunterbrechung und einer Art Neugründung, die dann allerdings hält bis heute. Blicken wir einfach auf die ersten Absätze der Feuerwehrchronik, des Protokollbuchs. Dort schreibt Gerhard Burzel:

„Zum Schutze der Einwohner von Gemünden vor Feuersbrünsten usw. kaufte die Gemeinde im Jahre 1895 die erste Saug- und Druckspritze. Es bestand in diesen Jahren nur eine Pflichtfeuerwehr unter Leitung des Bürgermeisters.

Im Frühjahr 1933 (= dieser Eintrag wurde durchgestrichen und ersetzt durch „Am 3. Dezember 1932“; im Kaethnerschen Weilrod-Buch wird der 3. Januar 1933 als Gründungstag angeführt) wurde die Freiwillige Feuerwehr in Gemünden gegründet. Durch Ausbruch des Krieges im Jahre 1939 wurde die Freiwillige Feuerwehr aber wieder zum Teil, durch die Einberufungen zum Wehrdienst, aufgelöst. An die Stelle der Freiw. Feuerwehr trat die H.J.-Feuerwehr und in den späteren Jahren ab 1941-42 wurden sogar Frauen als Feuerwehrleute ausgebildet.

Nach Kriegsende 1945 trat an Stelle der Freiw. Feuerwehr zuerst wieder die Pflichtfeuerwehr in Tätigkeit. Es wurde aber in demselben Jahr noch eine Freiwillige Wehr gegründet unter dem Vorsitzenden Erich Allhenn. Da die jungen Menschen aber durch den Krieg sehr zurückhaltend waren, kam es nochmals zu einer Auflösung...“

Danach wird geschildert, daß Bürgermeister Lehwalder für den 18.12.1947 zu einer Versammlung in die „Linde“ einlud; dort müssen er und der Kreisbrandmeister Philippi dermaßen überzeugend gesprochen haben, daß umgehend die Wiederbelebung einer Freiwilligen Feuerwehr beschlossen und ein Vorstand gewählt wurde: Alwin Rühl als Ortsbrandmeister, Gerhard Burzel als Schriftführer und Reinhold Zwengel als Kassierer. Diese drei bildeten auf Jahre hinaus den Stamm künftiger Vorstände.

1951 erhielt die Wehr eine Motorspritze, und die bis dahin tatsächlich noch für Einsätze vorgehaltene Saug- und Druckspritze von 1895 wurde 1953 für 50 Mark verkauft – laut Vorstand aus Platzgründen. Freilich zog die Trennung vom liebgewordenen Gerät Diskussionen nach sich; in der Generalversammlung vom 12.2.1954 hieß es, lt. Prot.:

„Die Versammlung meinte, man hätte dieses nicht tun sollen, denn für einen Zimmerbrand wäre diese (= die alte Spritze) besser gewesen als die Motorspritze“.

Vom 6. bis 8. Juli 1957 wurde das 25-jährige Bestehen mit Jubiläumsveranstaltungen und einem durchs Ort führenden Festzug gefeiert, an dem die Freiwilligen Feuerwehren sowie weitere Vereine aus der Umgebung teilnahmen. Zeitzeugen erinnern sich der Ansehnlichkeit der Gemündener Festdamen, die den Festzug begleiteten.

Im Oktober 1959 wurde das am neuen Dorfgemeinschaftshaus angebaute Gerätehaus mit Schlauchtrockentürmen eingeweiht. Dazu heißt es in den Annalen: „Wegen dieser Feier wurde die Herbsttagung des Kreisverbandes nach Gemünden verlegt. Es wurde eine Angriffsübung der eigenen Wehr und der Wehr Laubach durchgeführt. Die Hydrantengruppe konnte wegen Wassermangels nicht eingesetzt werden...“

Am Gerätehauseingang wurde der elektrische Auslöseknopf einer neuen Sirene installiert. Im Innern des Gerätehauses befindet sich eine Handsteuerung für die unterschiedlichen Alarmierungen.

Im Rahmen eines Katastrophenschutzprogramms des Bundes erhielt die Freiwillige Feuerwehr Gemünden 1960 ein Tanklöschfahrzeug LF 8. Es wurde sieben Jahre später an den Katastrophenschutz zurückgegeben, als die Gemündener Feuerwehr von der Gemeinde ein eigenes Feuerwehrauto erhielt. Im Januar 1966 hatte die Gemeinde der Wehr bereits eine neue Motorspritze übergeben.

Seit Mitte der sechziger Jahre wurde bei Feuerwehrversammlungen über die Einbindung interessierter und geeigneter Jugendlicher gesprochen. Die damaligen Überlegungen liefen darauf hinaus, daß Unter-17jährige als sog. Anwärter aufgenommen und zu einer Schülerwehr zusammengestellt werden sollten.

Überlegungen und Erfahrungen mündeten ein in die Gründung der Jugendfeuerwehr am 10.3. 1972, die gleich engagiert zur Sache ging, sich Gruppenwettbewerben stellte und sehr fleißig Übungen absolvierte. Erste Jugendfeuerwehrmitglieder waren die Gemündener Jugendlichen Hans-Kurt Böckmann, Norbert Buhlmann, Bernd Dietrich, Jürgen Haibach, Bertholt Meixner, Joachim Nöll, Armin Ott, Wilfried Ott, Werner Schmidko, Lutz Schöniger und Volker Zwengel. Erster Jugendfeuerwehrwart wurde Bruno Rühl.

Vom 7. bis 10. Juli 1972 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 40-jähriges Bestehen. Dieses viertägige Jubiläumsfest stand unter dem Motto: Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr. Am Freitagabend wurde es mit einer wegen ihrer unfreiwilligen Komik denkwürdigen Sportveranstaltung voller „Schwinger“ eröffnet, anschließend schwangen Jung und Alt das Tanzbein. Der Samstag und Sonntag standen ganz im Zeichen der Freiwilligen Feuerwehren, ihrer Übungen, Vorführungen und vor allem ihres Umzugs. Wiederum bildeten Gemündener Festdamen - Petra Arnold, Birgit Cramer, Karin Cebulla, Doris Hartmann, Cornelia Jung, Ute Lehwalder, Evelin Matz, Ilona Matz, Christel Müller, Cornelia Müller, Erika Müller, Beate Schmidko und Christel Zenkert - eine eigene Festzugsgruppe.

Im gleichen Jahr entstand die Großgemeinde Weilrod, die sich bei der Gemündener Feuerwehr insofern gut einführte, als sie ihr ein neues Fahrzeug vom Typ TSF spendierte.

Gegen Ende der siebziger Jahre holten die öffentlichen Diskussionen über die Frauenemanzipation auch die Gemündener Feuerwehr ein. In der Generalversammlung 1978 wurde beschlossen: „Es soll keine Frauengruppe innerhalb der Wehr gebildet werden, sondern die Frauen, die wollen, sollen an Schlauchwagen usw. ausgebildet werden...“, also dieselbe Ausbildung durchlaufen wie die Männer.

Im Juni 1983 feierte die Gemündener Freiwillige Feuerwehr ihr 50jähriges Bestehen mit Angriffsübungen, Festabenden mit  Musik und Tanz, einem Platzkonzert mit den Musikern der 3.US-Panzerdivision, einem großen Festumzug und einem abschließenden Frühschoppen. Schirmherr war der Landrat  Dr. von Storch. 40 Feuerwehren aus dem ganzen Kreisgebiet  waren zum Festumzug nach Gemünden gekommen; die Gründer, der Schirmherr und der Festpräsident Egon Sorg wurden im Wagen vorweg gefahren; Spielmannszüge aus Langenbach, Oberstedten, Usingen, Oberhöchstadt,  Kirdorf und  Bommersheim, der Gemündener Schützenverein und die Landfrauen, die Nachbarn-Gemeinschaft „Laubacher Straße“ und der Geflügelzuchtverein Lauken-Laubach bildeten eine attraktive, sehens- und  hörenswerte  Menschenschlange.   

1987 trat der Alarmierungsplan für Weilrod in Kraft. Fortan alarmierte bei Unfällen eine Leitstelle, auch zur nachbarschaftlichen Löschhilfe in Niederlauken, Emmershausen und Winden.                                     

Im Sinne des alten Dorfgeistes bemerkenswert war ein gemeinsames Jubiläumsfest vom 9.-11. 7.1993 von Feuerwehr (60 Jahre), Jugendfeuerwehr (20) und Schützenverein Hubertus (25 Jahre). Angesichts des Anlasses  kam es zu einem Festumzug mit 47 Zugnummern, wie sie Gemünden nie zuvor gesehen hatte – und wie sie wohl auch nicht mehr zustande kommen werden: aus 27 Feuerwehren, 9 Schützenvereinen, 4 Spielmannszügen, den Gemündener Landfrauen, dem Heimat- und Verkehrsverein, dem Kindergarten, der Radsportgruppe Oberlauken, dem Emmershausener Sportverein Frischauf und dem dortigen Lederhosenclub sowie Rother-Oldtimern.                                                                                                                                                                                                           

1988 hatte die Mitgliederversammlung der Gemündener Feuerwehr einer Mustersatzung zugestimmt, die sich freilich noch auf einen nicht eingetragenen Verein bezog. Erst 1994 wurde eine e.V.-Satzung angenommen und die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Usingen beantragt und vollzogen. Die Gemündener Feuerwehr firmiert nun rechtlich als gemeinnütziger „Verein zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Weilrod-Gemünden“. Als Vereinszwecke wurden u.a. in die Satzung aufgenommen:

„- das Feuerwehrwesen der Gemeinde Weilrod-Gemünden zu fördern,

- die Grundsätze des freiwilligen Brandschutzes zu pflegen,

- die sozialen Belange der Mitglieder, besonders der Einsatzabteilung wahrzunehmen,

- die Jugendfeuerwehr zu fördern,

- die aktiven Mitglieder sowie die Mitglieder der Jugendfeuerwehr bei sportlichen Wettkämpfen und sonstigen sportlichen Aktivitäten zu unterstützen,

- Partnerschaften mit anderen Feuerwehren anzustreben und aufrecht zu erhalten...“

1993 wurde Reinhard Wissig zum Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Weilrod-Gemünden e.V. gewählt. Sein Leitungsstil aus Bedachtsamkeit, Zähigkeit und Offenheit für Neuerungen prägte fortan für ein Vierteljahrhundert das Erscheinungsbild und die Innovationen in der Gemündener Wehr. 

Seit 1999 veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Gemünden ein sommerliches Bachfest, das sich im Laufe der nächsten Jahre zu einem Treffpunkt nicht nur der Ortsbewohner, sondern auch vieler Feuerwehrkameraden aus der Region und z.B. auch touristischer Besucher auswuchs.

In das Jubiläumsjahr 2008 – 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gemünden  -  ging der Gemündener Feuerwehrverein mit 147 Mitgliedern, 28 aktiven und 13 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. Ein Auto- und Wagenkorso durch das Dorf, die Anwesenheit politischer Prominenz und Großveranstaltungen (Kommers, Konzert, Gottesdienst) im Festzelt lenkten viel Aufmerksamkeit auf die Feuerwehraktivitäten im Dorf an Sattel- und Laubach.                                                                                                                                                          Das Fest begann mit einem abendlichen Fackelzug zum Friedhof, wo der verstorbenen Feuerwehrleute gedacht wurde und der Festpräsident, Prof. Dr. Horst Seibert, die Bedeutung dörflicher Erinnerungskultur hervorhob.  Er hielt auch den Festvortrag anderntags beim Gemündener Abend mit Festkommers. Reinhard Wissig und Klaus Hasselbächer begrüßten an diesem Abend den Schirmherrn Landrat Ulrich Krebs, MdB Holger Haibach, MdL Holger Bellino sowie den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands Norbert Fischer und den Gemeindebrandinspektor Dieter Veidt. Entsprechend dem Titel „Gemündener Abend“ traten Gemündener Tanz- und Gesangstalente in Erscheinung: der Chor des Kindergartens Pfiffikus, ein Gesangsduo aus Ute Bruchmann und Elfi Schöniger, ein singulärer Gemündener Feuerwehrchor mit dem Refrain „Ob bei Kälte oder Hitze: an der Spritze sind wir Spitze“  und eine Tanzgruppe der Jugendfeuerwehr.                                                                        Der folgende Nachmittag stand unter dem Motto „Familie und Feuerwehr“  und war eine große Brand- und Hilfeleistungsschau. Die Jugendfeuerwehr demonstrierte eine Unfallrettung, ein Chemieunfall wurde simuliert, wobei in Vollschutzanzügen ein leckes Fass mit einer Preßluftmanschette abgedichtet wurde. Mit  Horn und Blaulicht  kam die hochmoderne 30m lange Drehleiter DLK 23/12 aus Stierstadt aufs das Festgelände gefahren, mit der eine Höhenrettung demonstriert wurde. Eine große Attraktion war der Hubschrauberflug den ganzen Nachmittag über. Für die kleinen Besucher hatte die Hessische Polizei eine Puppenbühne aufgebaut.  Mit schrillen Kostümen und Schlagern der 70er bis 90er Jahre heizten am Abend Roy Hammer und die Pralinees dem vollbesetzten Festzelt ein.                                                                                                                                  Der nächste und letzte Festtag begann mit einem Gottesdienst  mit  Gemündener Mundartpredigt. Am Nachmittag der optische Höhepunkt: der Festzug mit 45 Zugnummern mit 725 Teilnehmern. 23 Feuerwehren, darunter auch die aus den befreundeten Gemeinden Gemünden-Wohra und Gemünden-Westerwald, vier Spielmannszüge aus Langenbach, Hundstadt, Stierstadt und Wohra , der Schützenverein Hubertus, die Gemündener Landfrauen, die Landakademie Weilrod, die Jugendfußballer Niederlauken, die Schlepperfreunde „Hinnertaunus“ u.a.: sie alle gaben dem Umzug ein buntes, fröhliches und würdiges Gesicht. Auch schöne alte Cabrios fuhren im Zug mit; aus ihnen winkten der damalige Justiz- und Kultusminister Jürgen Banzer, Bürgermeister Bangert und Landrat Krebs, die vier eleganten Festdamen und Reinhard Wissig mit dem Festpräsidenten (deren Wagen allerdings den Geist aufgab und die beiden zu einem längeren Fußmarsch zwang).

Mit dem Jahr 2013 begann eine Phase der öffentlich mehr und mehr wahrnehmbaren Veränderungen und Entwicklungen. Kaum eine Woche verging ohne Presseberichte über Projekte, Leistungen, Unternehmungen der Gemündener Wehr. Zunächst gab es einen Wechsel im Amt des Wehrführers, das der verdienstvolle Klaus Hasselbächer 15 Jahre lang ausgeübt hatte und nun an Stefan Raab überging.  

Klaus Hasselbächer und Holger Sorg wurden 2013 mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz ausgezeichnet.                                                                                       

Das 40-jährige Bestehen der Gemündener Jugendfeuerwehr 2013  geschah unter der Schirmherrschaft des Landrats Ulrich Krebs; in den 40 Jahren ihrer Existenz waren 157 Jugendliche aus Gemünden Mitglieder der Jugendfeuerwehr. An der Jugendfeuerwehr-Olympiade zum Jubiläum  nahmen ca. 150 Jugendliche aus 17 Jugendfeuerwehrmannschaften aus dem ganzen Hochtaunuskreis teil.                                                                    

Während der Jubliäumsfeierlichkeiten wurde die Gründung der Gemündener Kinderfeuerwehr bekanntgegeben, bestehend aus 21 Buben und Mädchen. Der o.g. Landrat übernahm die Patenschaft für die „Löschtiger“. Die Gründung der Kinderfeuerwehr war die Folge einer Projektwoche an der Roder Grundschule, wo der Stellvertretende  Gemeindebrandinspektor Holger Sorg kindgerecht über den Brandschutz unterrichtet hatte. Die ersten Betreuer der Löschtiger waren Jens Berger, Heike Deuermeier und Stefanie Hartmann.

2014 wurde ein „Tag der offenen Tür“ veranstaltet, an dem unter anderem ein Mannschaftstransportfahrzeug vorgestellt wurde, das aus Vereinsmitteln bezahlt und in Eigenarbeit umgebaut worden war.  Der Tag begann mit einer Andacht von Pfarrvikar Weick und fand seiner Fortsetzung an Informationsständen, bei Löschtechnikdemonstrationen und Spielprogrammen für die Kinder.

In Eigenleistung wurden 2015 im Dorfgemeinschaftshaus die Aufenthaltsräume für die Jugendfeuerwehr und die Löschtiger fertiggestellt.

 

Um- und Anbau-Geschichte: 
Wie aus einem herkömmlichen Dorfgemeinschaftshaus ein funktionaler Feuerwehrstützpunkt wurde

Noch vor der offiziellen Eröffnung des Gemündener Dorfgemeinschaftshauses im Jahr 1960 hatte die Freiwillige Feuerwehr  1959 die für sie im DGH vorgesehene Fahrzeughalle bezogen. An dieser bescheidenen Präsenz änderte sich lange nichts, bis ein im Keller untergebrachter Jugendraum Ende der 80er Jahre geschlossen wurde und zunächst längere Zeit leer stand. Anfang der 90er Jahre wurde er zu einem Aufenthalts- und Schulungsraum für die Freiwillige Feuerwehr umgebaut.

Als Ende der 90er der Betrieb der gemeindeeigenen Wäscherei im DGH wegen Unrentabilität eingestellt werden musste, wurde nach zähen Verhandlungen mit der Gemeinde der freigewordene Raum der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Fortan kam es zur zügigen Umgestaltung: Zwischenwände wurden entfernt, Toiletten und Küche neu eingebaut u.a.m..

Im Jahr 2002 waren die Umbauarbeiten abgeschlossen, und mit einem Helferfest als Dank für die vielen geleisteten Arbeitsstunden wurden die neuen Räume offiziell eingeweiht. Gleichzeitig wurde der frei werdende alte Aufenthaltsraum umgebaut: in ihm ist seitdem die Atemschutzwerkstatt für die Weilroder Wehren untergebracht.

Die Anforderungen  und Einsatzgebiete für die Gemündener Freiwillige Feuerwehr wurden jedoch im Laufe der Jahre immer komplexer; vor allem auch die Fahrzeughalle war den aktuellen Ansprüchen schon lange nicht mehr gewachsen. Daher wurde nach intensiver Planung im Jahre 2007 mit den Bauarbeiten für die Erweiterung der Fahrzeughalle und mit dem Anbau einer Garage begonnen.

2008 war dieses Projekt abgeschlossen, und wieder mit einem großen Helferfest wurde allen Beteiligten für den unermüdlichen Einsatz und für die vielen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden gedankt: von 16 Helfern waren ca. 1.100 Arbeitsstunden erbracht worden.

Nach der Gründung der Kinderfeuerwehr im Jahre 2013 und dem großen „Löschtiger“-Zuspruch herrschte erneut Platzmangel; um diesem abzuhelfen, wurde  2015 im Dachgeschoss des DGH ein Aufenthalts- und Spindraum für die Kinder- und Jugendfeuerwehr hergerichtet.

Die vorläufig letzte größere Umbaumaßnahme betraf die im Keller untergebrachte Küche; sie war in die Jahre gekommen und entsprach seit längerem nicht mehr den gebräuchlichen Standards. Im Jahr 2017 wurde sie erneuert, ein direkter Zugang vom Schulungsraum zur Küche wurde hergestellt, der Flur wurde umgebaut, neue Fliesen wurden verlegt.

Die Gemündener Wehr blickt weiteren baulichen Herausforderungen aus Erfahrung gefasst entgegen.

 

Von mehr als 2.600 Freiwilligen Feuerwehren in Hessen und als zweite im Hochtaunuskreis wurde 2016 die Gemündener Feuerwehr zur „Feuerwehr des Monats Juni 2016“ gekürt und durch den Hessischen Minister des Innern, Peter Beuth, ausgezeichnet.  Carsten Jäger begrüßte die Gäste, Bürgermeister Axel Bangert, Carsten Lauer und Landrat Krebs hielten kurze Ansprachen. Der Minister hob danach in seine Rede im Blick auf die Gemündener Wehr hervor: die Verbindung aus der Sicherstellung des Brandschutzes mit der Einbindung in das gesellschaftliche Leben, außerdem den spürbaren Teamgeist, die Ausbildung von Einsatzkräften, insbesondere von Kindern und Jugendlichen – und den vergleichsweise hohen Frauenanteil (37% bei den Aktiven). Wörtlich sagte er:  „Die Freiwillige Feuerwehr Gemünden hat es geschafft, in einem Ort mit rund 500 Einwohnerinnen und Einwohnern beachtliche 36 Personen für ihre Einsatzabteilung zu gewinnen. Das Besondere: Die Abteilung besteht zu einem Drittel aus Frauen. Zudem weist die Feuerwehr einen sehr hohen Ausbildungsstand auf. Zehn Personen haben die Zugführerausbildung und drei weitere die Gruppenführerausbildung. Hinzu kommen 25 ausgebildete Atemschutzgeräteträger. Mit diesem großartigen ehrenamtlichen Engagement ist Gemündens Feuerwehr beispielgebend für viele Feuerwehren in ganz Hessen."

 

Und neben all den internen und externen Herausforderungen und Problemen geschehen in Gemünden ständige Modernisierung und Verbesserungen, Übungen und Lehrgänge, Wettbewerbe und natürlich Einsätze (durchschnittlich in zweistelliger Zahl pro Jahr)!

Fazit: Die Freiwillige Feuerwehr Gemünden hat eine bewegte Geschichte, weithin verdientermaßen eine Erfolgsgeschichte – und sie ist zukunftsfähig.

Absolut.

 

 

 

 

 

Verantwortung trugen und tragen:

 

Die Gründer 1933

 Heinrich Lehwalder, 1. Ortsbrandmeister

Gustav Rühl, 2. Ortsbrandmeister

Hermann Abel                                Rudolf Schneider

Paul Bach                                        Gustav Sorg

Emil Bender                                      Heinrich Sorg

Walter Bender                                  Paul Sorg

Wilhelm Bender                                Rudolf Sorg

Ferdinand Büde                               Albert Stroh

Karl Haibach                                    Alwin Uhrig

Albert Müller                                     Eugen Uhrig

Heinrich Neumann                           Paul Uhrig

Richard Rettner                                Hugo Wissig

Albert Rühl                                        Christian Zwengel

Richard Schäfer

 

 

Die Wiedergründer von 1947

 Alwin Rühl, Ortsbrandmeister

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassierer

Walter Dietrich                            Rudi Schmidko

Otto Hasselbächer                     Gerhard Sorg

Willi Lehwalder                            Willi Stroh

Ulrich Matz                                   Karl Heinz Weinand

Artur Rühl                                      Werner Wissig

 

 

Vorstand ab 1950

 Alwin Rühl, Ortsbrandmeister

Karl Heinz Weinand, Stellvertreter

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassenwart und Gruppenführer

Alfred Sorg, Gerätewart

Werner Wissig, Gruppenführer

 

 

 

Vorstand ab 1954

 Alwin Rühl, Ortsbrandmeister

Karl Heinz Weinand, Stellvertreter und Gruppenführer

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassenwart und Gruppenführer

Artur Rühl, Gerätewart

August Sorg, Ehrenmitglied

 

 

Vorstand ab 1958

 Alwin Rühl, Ortsbrandmeister

Ferdinand Cebulla, 2. Vorsitzender

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassierer

Artur Rühl, Zeugwart

Heinrich Löw, Vertreter der passiven Mitglieder

 

 

Vorstand ab 1963

 Willi Stroh, Ortsbrandmeister

Werner Wissig, Stellvertreter

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassenwart und Gruppenführer

Artur Rühl, Gerätewart und Gruppenführer

Heinrich Löw, Vertreter der passiven und Ehrenmitglieder

Klaus Rühl, Gruppenführer

 

1965 starb Willi Stroh.

Zum neuen Ortsbrandmeister wurde gewählt: Werner Wissig

Zum stellvertretenden Ortsbrandmeister: Helmut Popp

 

 

Vorstand ab 1967

 Werner Wissig, Ortsbrandmeister

Otto Hasselbächer, Stellvertreter

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassenwart und Gruppenführer

Artur Rühl, Gerätewart und Gruppenführer

Heinrich Löw, Vertreter der passiven und Ehrenmitglieder

Klaus Rühl, Gruppenführer

 

 

Vorstand ab 1970

 Werner Wissig, Ortsbrandmeister

Otto Hasselbächer, Stellvertreter

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassenwart und Gruppenführer

Artur Rühl, Gerätewart

Heinrich Löw, Vertreter der passiven und Ehrenmitglieder

Rudi Schmidko, Gruppenführer

Klaus Rühl, Gruppenführer

Bruno Rühl, Jugendwart

Manfred Burzel, Jugendfeuerwehrwart

Ottokar Böckmann, Unterkassierer

Wolfgang Wissig, Unterkassierer

 

 

Vorstand ab 1975

 Werner Wissig, Ortsbrandmeister

Gerhard Nickel, Stellvertreter

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassierer und Gruppenführer

Artur Rühl, Gerätewart

Heinrich Löw, Vertreter der passiven und Ehrenmitglieder

Rudi Schmidko, Gruppenführer

Manfred Burzel, Gruppenführer

Ottokar Böckmann, Gruppenführer

Bruno Rühl, Jugendwart

 

 

Vorstand ab 1978

 Werner Wissig, Wehrführer

Gerhard Nickel, Stellvertreter

Gerhard Burzel, Schriftführer

Reinhold Zwengel, Kassierer

Ortwin Schleifenbaum, Gerätewart und Gruppenführer

Georg Haase, Vertreter für die passiven und Ehrenmitglieder

Rudi Schmidko, Gruppenführer

Manfred Burzel, Gruppenführer

Wolfgang Wissig, Jugendfeuerwehrwart

 

1980 starb Gerhard Burzel.

Neuer Schriftführer: Axel Bangert

 

 

Vorstand ab 1984

 Werner Wissig, Wehrführer und Vereinsvorsitzender

Axel Bangert, Stellvertretender Wehrführer

Klaus Hasselbächer, Schriftführer

Reinhard Wissig, Kassenverwalter

Rudi Schmidko, Vertreter der Alters- und Ehrenabteilung

Ottokar Böckmann, Gerätewart

Ralf Henrici, Jugendwart

Ortwin Schleifenbaum, Stellvertr. Jugendwart

 

 

Vorstand ab 1989

 Werner Wissig, 1. Vorsitzender

Gerhard Nickel, 2. Vorsitzender

Reinhard Wissig, Rechnungsführer

Werner Schmidko, Schriftführer

Rudger Rees, Beisitzer

Axel Bangert, Wehrführer

Bernd Müller, Gerätewart (seit 1987)

Holger Sorg, Jugendwart (seit 1988)

 

 

e.V.-Vorstand ab 1993

 Reinhard Wissig, 1. Vorsitzender

Erhard Mewes, 2. Vorsitzender

Heike Schmidko, Kassenwartin

Werner Schmidko, Schriftführer

Helmut Bangert, 1. Beisitzer

Gisela Hasselbächer, 2. Beisitzer

Axel Bangert, Wehrführer

Klaus Hasselbächer, Stellvertretender Wehrführer

Stefan Raab, Gerätewart

Holger Sorg, Jugendwart

 

 

e.V.-Vorstand ab 1998

Reinhard Wissig, 1. Vorsitzender

Erhard Mewes, 2. Vorsitzender

Heike Schmidko-Sorg, Kassenwartin

Werner Schmidko, Schriftführer

Ute Bruchmann, 1. Beisitzer

Hans Weber, 2. Beisitzer

Klaus Hasselbächer, Wehrführer

Stefan Raab, Stellvertretender Wehrführer

Matthias Zenkert, Gerätewart

Holger Sorg, Jugendwart

 

 

e.V.-Vorstand ab 2003

 Reinhard Wissig, 1. Vorsitzender

Dirk Dirks, 2. Vorsitzender

Sabine Raab, Kassenwartin

Werner Schmidko, Schriftführer

Hans Weber, 1. Beisitzer

Ute Bruchmann, 2. Beisitzer

Klaus Hasselbächer, Wehrführer

Stefan Raab, Stellvertretender Wehrführer

Thomas Hasselbächer, Gerätewart

Holger Sorg, Stellvertretender Gerätewart

Daniel Szepanski, Jugendwart

Katrin Brandt, Jugendwartin (seit 2007)

 

 

Vorstand ab 2008

Reinhard Wissig, 1. Vorsitzender

Dirk Dirks, 2. Vorsitzender

Peter Deuermeier, Kassenwart

Florian Brandt, Schriftführer

Birgit Vetter, 1. Beisitzer

Ute Bruchmann, 2. Beisitzer

Monika Rüßmann, Pressewartin

Klaus Hasselbächer, Wehrführer

Stefan Raab, Stellvertretender Wehrführer

Andreas Bangert, Gerätzewart

Katrin Brandt, Jugendwartin

Sebastian Holtz, Stellvertretender Jugendwart

 

 

Vorstand ab 2013

 Reinhard Wissig, 1. Vorsitzender

Holger Sorg, 2. Vorsitzender

Florian Brandt, Schriftführer 

Peter Deuermeier, Kassenwart

Annika Bergmann, Stellv. Kassenwartin

Ute Bruchmann, Beisitzerin

Birgit Vetter, Beisitzerin

Dr. Horst Seibert, Pressewart

Stefan Raab, Wehrführer

Carsten Jäger, Stellv. Wehrführer

Daniel Szepanski, Gerätewart

Roland Karnoll, Stellv.Gerätewart

Katrin Brandt, Jugendwartin

Sebastian Holtz, Stellv. Jugendwart

Jens Berger, Kinderfeuerwehrwart

 

Vorstand ab 2018

Peter Deuermeier, 1. Vorsitzender

Holger Sorg, 2. Vorsitzender

Christin Hackenbruch, Schriftführerin

Annika Bergmann, Kassenwartin

Ute Bruchmann, Beisitzerin

Klaus Hasselbächer, Beisitzer

Dr. Horst Seibert, Pressewart

Stefan Raab, Wehrführer

Carsten Jäger, Stellv. Wehrführer

Daniel Szepanski, Gerätewart

Roland Karnoll, Stellv.Gerätewart

Jonas Pippinger, Jugendwart

Franziska Velten, Stellv. Jugendwartin

Katrin Brandt, Kinderfeuerwehrwartin

 

  

 

 

Eine kleine Geschichte Gemündens

 

Wo große Wasserläufe ineinander münden, entstanden oft große Siedlungen. Wie Mainz oder Ludwigshafen. Wo mittelgroße Flüsse zusammenströmten, blieben auch die dortigen Ansiedlungen überschaubar – nehmen wir dafür z.B. Hannoversch Münden, wo Fulda und Werra ihre Vereinigung angeblich mit einem Kuß besiegeln. Wo kleine Wasserläufe ineinander münden, entstanden oft kleine Ansiedlungen. Wie unser Gemünden an der Mündung von Sattelbach und Laubach.

"Münden" ist ein indogermanisches Wort; es hat einen langen Weg hinter sich bis in unsere Sprache, bedeutet im Altmittelhochdeutschen „sich ergießen“ und bezeichnet von altersher einen Ort, der fasziniert und ein wenig erschauern läßt: Bäche, Flüsse, sie verbinden und trennen, sie sind Lebensadern und bringen manchmal Tod und Verwüstung. Daß das Wort „Mündung“ durchaus zwiespältige Gefühle freisetzen kann, ahnt man, wenn man sich in die Lage eines Menschen versetzt, der gerade in die Mündung eines Gewehrs schaut.

Gemünden war in seiner Geschichte mehrmals Opfer seiner Mündungslage. Am schlimmsten traf es das Dorf im Jahr 1765, als die reißenden Bäche ganze Häuser und Höfe wegrissen oder schwer beschädigten; ein Chronist berichtet, in der spätgotischen Kapelle habe das Wasser „fast mannshoch“ gestanden. Mündungslagen ist eine gewisse Unberechenbarkeit zu eigen; normalerweise fließen die beiden Bäche beschaulich, ihr Wasser reichte nicht aus, um die Räder der Mühlen am Sattelbach dauerhaft zu bewegen.

Sie sind meist alt, die Mündungs‑Ansiedlungen; älter als viele Urkunden, die von ihnen handeln. Schon vor gut und gern 800 – 900 Jahren dürften Menschen gewohnt haben, wo das spätere Gemüden, Gemonden, Gemunde, Gemonnen, Gemündt und schließlich Gemünden war. Besiedelt war diese Region schon von den Kelten, dann vor allem von Franken und Alemannen. Ob die Besiedelung immer konstant war, ist schwer abzuschätzen; die Nähe zum römischen Limes war nicht unbedingt dazu angetan, sich hier ruhig niederzulassen.

Was viel später "Nassau" hieß, bestand zur Frankenzeit aus acht großen Gauen, deren Gaugrafen sich allmählich zu Territorialherren aufschwangen. Deren Zahl war groß; die vielleicht bedeutendsten waren die Herren von Diez, Runkel, Wied, Westerburg, Katzenelnbogen, Eppstein, Kronberg. Die dynastischen Wurzeln dieser Herrschaften sind oft nicht mehr sicher rekonstruierbar, selbst die der großen Dynastie Nassau, die die Eigenschaft hatte, durch immer weitere Teilungen immer neue Linien zu schaffen.

Ermöglicht wurde dieser Herrschafts-Vermehrungs- und Zerstückelungsprozeß durch das Lehenswesen. Das war keineswegs eine ursprüngliche Form der Landvergabe, sondern hatte eigentlich zu tun mit veränderten Formen der Kriegsführung. Und es gab im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation unentwegt Fehden, große und kleine Schlachten, Feldzüge zwischen großen Städten, zwischen Feudalherrschaften, zwischen Zentral- und Territorialgewalt, auch zwischen klerikalen und weltlichen Mächten. Bis zum 8. Jh. gab es den Heerbann: ein Volksheer wurde aufgeboten. Aber dieses Aufgebot war immer schwerer zu bewerkstelligen, es war auch nicht sehr beweglich über weite Entfernungen, die Menschen waren überhaupt ansässiger geworden und immer schwerer abkömmlich.

Das altkeltische Vasallenmodell erlebte eine modernisierte Renaissance; es war praktisch eine Professionalisierung: Ritter boten sich zum Kriegsdienst an mit ihren beweglichen und im Kriegshandwerk ausgebildeten sog. "reisigen" Knechten; überall entstanden kleine und große berittene Berufskriegerheere. Und jeder König, überhaupt jeder Potentat, mußte sehen, daß er über möglichst viele kriegsbereite Vasallen gebieten konnte. Die Heerführer erhielten für ihre Dienste Land als Lehen und waren so wiederum dem Lehnsherrn verpflichtet zu Dienst und Treue. Aber sie konnten auch ihrerseits Lehen vergeben. Es entstand eine Lehenspyramide, Kaiser und Könige an der Spitze, darunter die Kronvasallen und darunter Untervasallen und deren weitere Untervasallen. Als das Herzogtum Nassau entstand, bestand es aus über 30 solcher Herrschaften - eine kaum noch organisierbare Kleinstaaterei.

Diese Herrschaften betrieben nicht selber Landwirtschaft, sondern Menschenbewirtschaftung. Sie wirtschaften mit dem, was sie kriegen können: mit Renten, Zinsen, Gülten, Leibeigenschaftsabgaben, Gerichtsgefällen und anderen Gebühren. Und so geht es auch wieder in der ganzen Lehenspyramide zu: Auch noch die kleinste Grundherrschaft hat etwas von staatlichem Charakter, Gerichtsbefugnisse, die man auszuweiten versucht, über Bauern, die wie Untertanen Steuern zahlen müssen; und die eigentlichen staatlichen Gebilde ähneln wiederum großen Grundherrschaften.

Und weil man sich in dieser Menschenbewirtschaftung gut einrichten konnte, machte man im 9. und 10. Jh. das Lehen erblich; das war es ursprünglich nicht, anfangs fiel das Lehen mit dem Tod des Lehnsmanns an den Lehnsherrn zurück. Man richtete sich ein und sicherte das System für viele Jahrhunderte ab. Verfassungs-rechtlich blieb das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bis zu seiner Auflösung 1806 ein Lehensstaat.

Dieses Lehensmodell ist dafür verantwortlich, daß die Geschichte des kleinen Dorfes Gemünden, soweit sie bekannt ist, so kompliziert ist. Die Herren Gerhard und Friedrich von Stockheim, die in einer Wasserburg bei Usingen residierten, hatten entweder dem König Wenzel oder dem König Ruprecht - oder beiden - Dienste erwiesen und erhielten dafür unter anderem einen Teil Gemündens zum Lehen. Trennungslinie ist der Laubach.

Es muß sich niemand grämen, wenn die Belehnungs-Urkunde von König Wenzel von 1401 eine Fälschung ist, wie das Hessische Hauptstaatsarchiv neuerdings behauptet. Denn erstens ist die Urkunde damit in ganz guter Gesellschaft: Urkundenfälschung war im Mittelalter gang und gäbe, war so etwas wie ein Adligen- und Kleriker-Leistungssport. Und zweitens war er sowieso kein Ehrenmann, dieser Wenzel, aber kirchengeschichtlich spannend waren Wenzels Aktionen schon. Wenzel war offenbar nicht nur faul, sondern auch trunksüchtig und brutal; wenn Sie einmal nach Prag kommen, können Sie auf der Nepomukbrücke Erinnerungsspuren finden: von dieser Brücke ließ Wenzel den Generalvikar Johann von Nepomuk in die Moldau stürzen. Das war sein Stil. Auch sein kirchenpolitischer.

Die beiden Päpste, die damals um die Vorherrschaft in der Kirche kämpften, Bonifaz IX und Gegenpapst Clemens VII, spielte er in Geheimverhandlungen gegeneinander aus, schacherte um die besten Bedingungen für die päpstliche Wahlbestätigung für sein Königtum. 1398 traf er sich mit König Karl VI von Frankreich in Reims, wo sich beide Könige darauf verständigten, es wäre am besten, wenn beide Päpste verschwänden. Das ging den Kurfürsten, vor allem von der Pfalz und von Mainz, denn doch zu weit; sie standen hinter dem römischen Bonifaz. Im Jahr 1400 trafen sich die vier rheinischen Kurfürsten auf einer Herren- und Städteversammlung in Oberlahnstein; dort erklärten sie am 20. August den Wenzel für abgesetzt und wählten anderntags Ruprecht von der Pfalz zum König. Da die klassische Krönungsstadt Aachen weiter zu Wenzel hielt, wurde Ruprecht in Köln gekrönt.

Dieser wohl tatsächliche Lehnsherr Gemündens von 1402 erscheint in den Annalen als frommer, redlicher und vergleichsweise aufgeklärter Mann, der sich von seinen Heidelberger Professoren belehren und beraten ließ. Großen Einfluß hatte auf ihn Matthäus von Krakau, der seinerzeit einer der schärfsten Kritiker der römischen Verhältnisse war; von ihm stammt die Schrift De squaloribus curiae Romanae, "Über den Unrat der römischen Kurie". Von ganz entfernt schimmerte schon das Morgenrot der Reformation und der Aufklärung.

Zurück ins kleine Gemünden. Das Dorf war also nun geteilt. Für lange Zeit: für über zweieinhalb Jahrhunderte. Die Leute auf der Stockheimer Seite, der südlichen, mußten sich nach Merzhausen orientieren, wenn sie ihr Recht oder ihre Religion suchten. Die auf der anderen Seite des Laubachs, der nassauischen, mußten ihr Recht und ihre Religion im Kirchspiel und Gericht Grävenwiesbach suchen. Und die Menschen mußten für lange Zeit weite Wege gehen, damit ihre Kinder getauft werden und ihre Toten begraben.

Die kleine Sattelbachkapelle wurde nur noch wenig genutzt. Sie muß einstmals ein spätgotisches Kleinod gewesen sein. In alter Trockentechnik, die hochintensive, leuchtende, fast modern expressive Farben verarbeitete, zogen sich zwei Bildreihen durch die Kapelle, oben alttestamentliche Motive, darunter neutestamentliche. Und beide Bildreihen verwiesen aufeinander legten sich gegenseitig aus. Erhalten geblieben sind vier Bilder: Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis, die Verkündigung des Engels an Maria, die Heimsuchung und der auferstandene Christus im Gespräch mit dem ungläubigen Thomas. In den Annalen kommt die kleine Kapelle erst vor, als sie schon nicht mehr allzu gut da steht: beschädigt durch Unwetter und Überschwemmungen, vielleicht aber auch durch Vernachlässigung wegen ungeklärter Zuständigkeiten im geteilten Dorf.

Das kirchliche Hin- und Herschieben des Dorfes fand auch nach der Reformation kein Ende und auch dann nicht, als Gemünden 1669 wieder unter eine Herrschaft geriet und nassauisch-saarbrückisch wurde.

Die Durchsetzung der Reformation, die ab 1522 in dieser Region wirksam wurde, war wegen der komplizierten Aufspaltung der nassauischen Linien, wegen der vielen Territorialherrschaften und auch wegen anhängiger Erbfolgestreitigkeiten schwierig. Vor allem in der Grafschaft Diez war der Einfluß von Kurtrier gewaltig - und der war gegenreformatorisch. Auf alten Karten in den Kaethnerschen Büchern ist zu sehen, wie die diezisch-kurtrierischen Gebiete unser Gebiet regelrecht umzingeln, oder, anders gesagt: was zum Stockheimer Gericht gehört, ragt wie ein Wurmfortsatz ins Diezisch-Kurtrierische hinein. Unbestreitbar ist, daß das nassauische Land fast nur Gegner Luthers hervorgebracht hat; Nassaus Reformatoren mußten von auswärts geholt werden. Die Reformation wurde im Sinne des Wortes "eingeführt". Wie überhaupt spürbar wurde: die, die katholisch blieben, waren viel katholischer, als die Evangelischen evangelisch waren.

Die Gegenreformation entriß den Evangelischen dann auch wieder die Grafschaften Königstein und Hadamar.

Graf Philipp von Nassau-Weilburg war evangelisch, und er erweitert 1544 den Kirchenpatronat in Rod a.d. Weil; von da an werden die Nordhälfte Gemündens, die zuvor an Grävenwiesbach hing, sowie Emmershausen von Rod aus mitversehen: ‑ vielleicht, wie im Kaethnerschen Weilrod-Buch gemutmaßt wird, um den Roder Pfarrerpfründen einen Ausgleich zu schaffen für die Abspaltung des katholisch gebliebenen Hasselbachs nach der Reformation.

Die Nordgemündener und Roder Kirchgänger vertragen sich zeitweilig nicht sehr gut, wie die Annalen berichten; es kommt zu Handgemengen um die Plätze in der Kirche (von derlei können heutige Pfarrer nur träumen...). Erst 1817 kommt auch der Südteil Gemündens zu Rod a. d. Weil. Aber schon ein Jahr später wird Gemünden wieder ausgegliedert, kommt kirchlich für 10 Jahre ganz nach Merzhausen.

Schließlich, am 22. Mai 1828 verfügt die "Herzogliche Landes-Regierung", „daß Gemünden von Merzhausen getrennt und zum 1. Juni des Jahres an mit Rod an der Weil vereinigt werden soll“.

1839/40 wurde auf einer südöstlichen Anhöhe Gemündens der Neubau von Schul-‑ und Bethaus und Lehrerwohnung vollendet - ein vergleichsweise rationelles und pfiffiges Modell, das dem protestantischen Bildungsideal entgegenkommt. Vor allem ein wahrscheinlich einmaliges Baudenkmal, das, wenn es im ursprünglichen Zustand belassen worden wäre, heute eine zeit- und baugeschichtlich bedeutende Sehenswürdigkeit wäre. 1863 beschied die Herzogliche Landes-Regierung: „Die Filialgemeinde Gemünden erhält vom 1ten Oktober 1863 an für alle Zukunft an allen Sonn- und Festtagen einen Gottesdienst in Gemünden durch den Pfarrgeistlichen zu Rod an der Weil“! Noch 1913 beschließt der Gemeinderat die Koppelung der Lehrerstelle an das Organistenamt.

Im übrigen war die mit der Kirche verwachsene Schule nicht die einzige Bildungseinrichtung in Gemünden. Der heimatgeschichtlich forschende Bruno Rühl erinnerte kürzlich an die Genehmigung einer ländlichen Fortbildungsschule in Gemünden aus dem Jahr 1888, aus der 1901 eine Gewerbeschule wurde, die bis zur Schulreform 1925 in Betrieb war.

154 Jahre lang gehörte Gemünden kirchlich zum Kirchspiel Rod a.d. Weil. Als 1982 die Lauker Pfarrstelle wieder besetzt wird, wird Gemünden aus dem Kirchspiel Rod a.d. W. abgetrennt und mit Nieder- und Oberlauken zusammengeschlossen. Inzwischen gibt es auch dieses Lauken-Gemündener Kirchspiel nicht mehr; die Gemündener hängen seit 2006 wieder einmal an Rod an der Weil. Dieses Mal nicht nur kirchlich. Denn das Rathaus für das zwischenzeitlich entstandene politische Kunstgebilde Weilrod steht in Rod a.d. Weil - vis-à-vis des Kirchbergs.

Überhaupt muß festgehalten werden: es gab bis in die jüngste Zeit auch ein politisches Bäumchen-wechsel-dich-Spiel; es ist heute kaum nachvollziehbar (und auch kaum noch in Erinnerung), daß Gemünden nach der Bürgerlichen Revolution 1848 zum Kreisamt Idstein gehörte, danach wieder zum Amt Usingen im Obertaunuskreis, danach zum Kreis Usingen, nach dessen zeitweiliger Auflösung sogar zum Oberlahnkreis.

Wie für alle vormals selbständigen Dörfer der Großgemeinde bedeutete die Kommunalreform von 1972 einen großen Einschnitt. Seitdem gibt es in den Dörfern, die zu „Ortsteilen“ wurden, Ortsbeiräte, die laut Hessischer Gemeindeordnung zu allen wichtigen örtlichen Angelegenheiten zu hören sind und ein Vorschlagsrecht haben in allem, was die Ortsteile angeht. Weiterhin hat der Ortsbeirat „zu denjenigen Fragen Stellung zu nehmen, die ihm von der Gemeindevertretung oder dem Gemeindevorstand vorgelegt werden“. Ein Ortsvorsteher steht dem Ortsbeirat vor und wurde zuvor aus dessen Reihen gewählt.

Die Gemündener Bürgermeister seit 1932:

 

Ludwig Ph. Hch. Rühl von 1919 bis 1933

Wilhelm Hch. Schäfer von 1933 bis 1934

Heinrich Lehwalder von 1934 bis 1945

Theodor Allhenn 1945

Heinrich Müller 1946

Heinrich Sorg von 1946 bis 1949

Heinrich Lehwalder von 1949 bis 1960

Helmut Ebel von 1960 bis 1969

Kurt Wilhelm Radzei von 1969 bis 1971

Gerhard Burzel von 1971 bis 1972

 

 

Die Gemündener Ortsvorsteher:

 

Georg Haase von 1973-1977

Helmut Ebel von 1977 bis 1981

Manfred Amsel von 1981 bis 1985

Bruno Rühl von 1985 bis 1989

Bruno Rühl von 1989 bis 1993

Lothar Löw von 1993 bis 1997

Heinz Haibach von 1997 bis 2000

Lothar Löw 2001

Reinhard Wissig von 2001 bis 2005

Matthias Zenkert  von 2005 bis 2016

Klaus-Peter Stamm ab 2016

 

Als die Kirchengemeinde Gemünden 1982 von Rod a.d. Weil abgetrennt wurde (s.o.), hinterließ der damalige Pfarrer, Pfarrer Eichner, zum Abschied ein Bekenntnis seiner besonderen Sympathie für dieses Dorf und seine Menschen. Er erklärte sich die Aufgeschlossenheit unseres Dorfes und seiner Menschen gerade auch aus der Geschichte: weil hier die Böden karg seien, weil Gemünden daher kein eigentliches Agrardorf gewesen sei, weil die Menschen als Handwerker und Fuhrleute und als Saisonarbeiter in der Nähe und in der Ferne ihren Unterhalt hätten verdienen müssen, seien sie beweglich und weltoffen geworden, hätten daher früher als andere Fremdenverkehr gehabt und die Gabe, Hinzuziehende aufzunehmen und einzubinden.

Die zutreffendsten Huldigungen erklingen gelegentlich bei Abschieden.

Free business joomla templates